Enschuldigungen, die zu Herzen gehen

Die „Stachligen Persönlichkeiten“ waren ein Überraschungserfolg. Auch die Vorträge zu diesem Thema haben die Veranstalter überrascht, 200 Besucher oder 300 Besucher waren keine Seltenheit. Manche, die noch gerne gekommen wären, mussten an der Tür abgewiesen werden. „Jetzt“, dachte ich mir, „kann ich ein anderes Herzensanliegen anschließen: Menschen sollten sich doch auch mit den eigenen Stacheln beschäftigen. Darin liegen so viele Chancen für Frieden und tiefe Beziehungen. Also veröffentlichte ich danach „Meine Stacheln“. Die Buchverkäufe? Solala. Vorträge? Nur wenige Besucher. Erst mit dem dritten Titel „Stacheln in der Partnerschaft“ bin ich wieder auf der Bestsellerliste im christlichen Buchhandel gelandet und durfte wieder in vollen Sälen sprechen.


Fällt auch Ihnen etwas auf? Wir beschäftigten uns offenbar nicht so gerne mit den eigenen Stacheln. Schön, dass Sie es gerade tun!


Das folgende Video „Sorry“ gibt Ihnen einen Überblick über Stacheln, die wir manchmal ausfahren, auch wenn wir kein schwieriger Mensch sind. Vermutlich ist Ihnen dann schon klar, welche Überreaktion Sie ab und zu korrigieren sollten. Wenn nicht, dann gibt Ihnen der Stachel-Test weiter unten Klarheit.

Sieben Möglichkeiten, wie Sie sich wirkungsvoll entschuldigen

Gute Entschuldigungen treffen den Punkt. Sie zeigen Einfühlung für das, womit wir einer Person weh getan oder sie enttäuscht haben. Für jeden Stachel finden Sie nun einige passende Entschuldigungen.

Selbstdarstellung / Blenden


„Oh! Da habe ich übertrieben. Tut mir leid.“


„Sorry! Ich habe mehr versprochen, als ich halten kann.“


„Ich habe bei dir Erwartungen geweckt und dich dann enttäuscht, oder? Das

tut mir leid.“


„Ich habe das so dargestellt, dass ich der Tolle bin und du dumm dastehst.

Das hast du nicht verdient.“



„Ich habe mich in den Mittelpunkt gestellt und Ihnen damit die

Aufmerksamkeit genommen, die Ihnen zusteht. Ich bitte um Entschuldigung.“

Selbstüberforderung / Energie Rauben


„Ich habe mich übernommen. Und jetzt musst du aushalten, dass ich so unausgeglichen und erschöpft bin. Tut mir leid!“


„Ich habe dich gerade zu meinen Helfer und Retter gemacht, oder? So möchte ich dich eigentlich nicht strapazieren. Sorry!“


„Du machst dir wahrscheinlich Sorgen um mich. Ich wirke bestimmt, als würde ich gleich zusammenbrechen. Entschuldige bitte. Ich möchte dich da nicht so reinziehen, wenn ich mir zu viel zumute.“


„Es tut mir leid: Ich bin gerade etwas kopflos, weil ich so lange versucht habe, dem Kunden alles recht zu machen. Und jetzt mussten Sie auf mich warten.“

Alle Illustrationen: Thees Carstens

Bestrafen / Rächen


„Ich habe mich zurückgezogen, weil ich sauer auf dich war. Ehrlich gesagt, wollte ich dich das auch spüren lassen. Aber das ist natürlich so nicht in

Ordnung. Entschuldige bitte.“


„Mit meiner Bemerkung eben habe ich dich da verletzt, wo es dir bestimmt sehr wehtut. Irgendetwas in mir wollte das auch. Aber das ist nicht fair. Bitte vergib mir.“


„Ich habe da völlig unnötig Nein gesagt und dich blockiert. Eigentlich geht es mir um ein ganz anderes Thema. Tut mir leid.“



„Ich habe in der Sitzung eine schlechte Stimmung verbreitet. Ich war tatsächlich unzufrieden und verärgert. Aber es gibt natürlich bessere Wege, damit umzugehen. Sorry.“

Grenzen überschreiten


„Ich habe dein Nein nicht akzeptiert und so lange auf dich eingeredet, bis du doch zugestimmt hast. Das war bestimmt nicht angenehm für dich. Tut mir leid.“


„Ich habe dir eigentlich gar nicht die Möglichkeit gelassen, mitzuentscheiden. Tut mir leid für diese Vereinnahmung.“


„Ich habe dich gerade mit meiner Meinung und meinen Wünschen bedrängt, oder? Sorry.“



„Jetzt habe ich Sie gar nicht zu Wort kommen lassen. Entschuldigen Sie bitte.“

Vermeiden


„Ich habe mich einfach nicht mehr gemeldet, statt dir zu sagen, dass mich etwas gestört hat. Entschuldige bitte.“


„Da bin ich dir etwas schuldig geblieben, weil ich unsicher war und gezögert habe. Tut mir leid.“


„Ich habe dich da sehr eingeschränkt, weil ich mich auf vieles nicht einlassen konnte. Das war bestimmt frustrierend für dich. Es tut mir sehr leid.“



„Ich habe da etwas aufgeschoben und Sie dadurch auch aufgehalten. Ich bitte um Entschuldigung.“

Zu stark sein / Einschüchtern


„Gerade bin ich nur deshalb so laut geworden, weil ich mich durchsetzen wollte. Ich kann mir vorstellen, wie unangenehm das für dich ist. Tut mir leid.“


„Du sagst gar nichts mehr. Bin ich zu heftig geworden? Wenn ja, tut es mir sehr leid.“


„Mir ist gerade bewusst geworden, dass meine Worte wie Drohungen klingen. Vielleicht waren es sogar welche. Ich bitte um Entschuldigung!“


„Du hast vor zehn Minuten schon angedeutet, dass du lieber noch mal drüber nachdenken möchtest als mit mir so hitzig weiter zu diskutieren. Das habe ich einfach ignoriert. Tut mir leid.“

Was uns unsere Stacheln lehren

Auf eines kann ich in der Kürze nicht eingehen: Wie überwinden wir unsere Stacheln? Welchem Lebensthema müssen wir uns dabei stellen und wie können wir uns hier entwickeln? Es geht dabei um Ungerechtigkeit, Zu-kurz-kommen und einige andere prägende Erfahrungen. Das finden Sie im Buch.

Buch 15 Euro

Leseprobe

Unter Stress fahren wir unsere Stacheln aus. Wir verletzen die Gefühle anderer. Wir machen anderen Angst oder enttäuschen sie. Selbst den Menschen, die wir mögen, machen wir manchmal das Leben schwer. 


Jörg Berger zeigt bewährte Wege, auf denen Sie Ihre Stacheln erkennen, entschärfen und  entbehrlich machen.

»Meine Stacheln« ist der Nachfolger des Bestsellers »Stachlige Persönlichkeiten. Wie Sie schwierige Menschen entwaffnen«.


Mit Illustrationen von Thees Carstens.

Hörbuch (Doppel-CD, gekürzt)

9,95 Euro

Hörprobe

Beim Francke-Verlag bestellen oder überall im Buchhandel.


Wenn es stachlig wird

Das Arbeitsbuch: Wie Sie schwierige Menschen entwaffnen und eigene Schwächen entschärfen

Buch 8,95 Euro

Leseprobe

Mit den Bestsellern "Stachlige Persönlichkeiten" und "Meine Stacheln" sind schon viele Leser in die abgründige Welt der Stacheln eingetaucht. 


Dieses Arbeitsbuch gibt Ihnen praktische Hilfen an die Hand, wie Sie schwierige Menschen in Ihrem Umfeld entwaffnen und ggf. eigene Schwächen entschärfen können.

Steckbriefe bieten einen schnellen, kompakten Überblick, Fragebögen erleichtern die Analyse eigener Erfahrungen und Arbeitsblätter ermöglichen es, konkrete Lösungen zu erarbeiten. Die Materialien eignen sich sowohl für das Selbststudium als auch für den Austausch zu zweit oder in Gesprächsgruppen. 

Beim Francke-Verlag bestellen oder überall im Buchhandel.