Warum wir den Menschen, den wir am meisten lieben, am tiefsten verletzen können
In Liebesbeziehungen machen wir uns verletzlich. Wir legen unsere Masken ab und öffnen uns in unseren Gefühlen. Wir bauen eine tiefe Bindung auf und dann ist es uns nicht mehr egal, ob wir Wertschätzung erfahren oder nicht, ob wir Zuwendung erleben oder uns vernachlässigt fühlen, ob wir uns geschützt oder rücksichtslos behandelt fühlen. Verdient der Mensch, den wir glücklich machen wollen, nicht das Beste von uns? Doch jeder bringt in seine Liebesbeziehung auch wunde Punkte und Schutzmechanismen mit. Die können enttäuschen, frustrieren und verletzen.
Es sind folgende sieben „Stacheln“, die in der Liebe weh tun. Lernen Sie diese in einem humorvollen Video kennen. Erst wenn wir sie kennen, können wir unsere Stacheln entschärfen.
Die Liebe Vor Verletzungen Schützen
Mit den folgenden Sichtweisen, können Sie vielleicht schon gelassener mit typischen Konflikten umgehen.

Grenzen überschreiten
Wenn ein Partner zu weit geht, geschieht das oft aus einem Gefühl, zu kurz zu kommen oder nicht gesehen zu werden. Gibt es ein Bedürfnis auf das man eingehen kann? Dann akzeptiert der Partner leichter ein freundliches Nein oder ein: "Mehr kann ich dir nicht entgegenkommen, aber das wenige kommt von Herzen."
Abwerten
Manche Partner sind so schrecklich kritisch. Die Unvollkommenheit der Welt quält sie wirklich. An ihrer Seite kommt man sich manchmal dumm, unfähig und charakterschwach vor. Deshalb erstmal: Durchatmen und das eigene Selbstbewusstsein nicht vom Urteil des Partners abhängig machen. Und dann einfühlsam sagen: "Ich kann verstehen, was dich stört, aber bitte lasse mich nicht so schlecht dastehen. Das beschämt mich."

Alle Illustrationen: Thees Carstens

Selbstdarstellung/Blenden
Eigentlich wollen sie nur begeistern - Partner, die manchmal zu viel versprechen. Doch sie bauen damit hohe Erwartungen auf und enttäuschen dann. Manchmal beschäftigen sie sich lieber mit tollen Plänen als damit, die täglichen Dinge zu erledigen und die Liebe zu pflegen. Zur Enttäuschung gehören allerdings zwei: einer, der zu viel verspricht, und eine, die es glaubt. Deshalb: nur glauben, was auch Wirklichkeit wird - und immer wieder erklären, dass auch die kleinen Dinge zu Herzen gehen, wenn der hochfliegende Partner sie nur treu tut.
Vermeiden
Vorsicht mag die Mutter der Porzellankiste sein, wie das Sprichwort sagt, die Mutter des Liebesglücks ist sie nicht. Denn wenn ein Partner Konflikten, unangenehmen Aufgaben und allen Risiken aus dem Weg geht, schränkt dies das gemeinsame Leben ein. Drei Schritte helfen: den Partner vor dem schützen, was ihn wirklich überfordern würde, ihn ausdauernd zu kleinen Schritten ermutigen und manchmal selbst schlimmer sein als das, was der Partner fürchtet. Wirklich auch das Letztere? Ja, ehrlich die Gefühle benennen, die das Vermeiden weckt, und die Folgen beschreiben, die es für das gemeinsame Leben hat. Das wird für vermeidende Partner zu einem positiven Stress, der motiviert.


SelbstÜberforderung/Energie Rauben
Wenn sich einer zuviel auflädt, kann das dem anderen Energie rauben. Wenn einer die Liebesbeziehung nutzt, um belastende Erlebnisse zu verarbeiten, Sorgen zu teilen und Probleme zu wälzen, dann macht er den anderen zur Helferin und Retterin. Das tut der Liebe nicht gut. Doch muss man nicht in die Helferrolle gehen: Etwas Mitgefühl und eine kleine Portion zusätzliche Unterstützung drücken Liebe aus. Dann aber ist ein entschiedener Themenwechsel dran und gemeinsame Aktivitäten, die Freude machen oder etwas Gutes aufbauen.
Bestrafen/Rächen
Leider gibt es auch im Alltag der Liebe Ungerechtigkeiten und die Frage, wer bestimmen darf. Wenn eine Partnerin zu lange nachgibt und nicht zu ihrer Stimme findet, sammelt sich Groll an. Der entlädt sich irgendwann in bestrafendem Verhalten, das die kalte Schulter zeigt, Vorwürfe macht oder sich verweigert. Am besten hilft hier die Vorbeugung für das nächste Mal: Die nachtragende Partnerin fragen, was sie sich vorstellt; ob es gerade okay ist in der Beziehung; was es braucht, damit ihre Wünsche auch zum Zug kommen.


Zu Stark sein/Einschüchtern
Ist es nicht wunderschön, einen starken Partner zu haben? Ja, bis sich die Stärke einmal gegen einen selbst richtet. Dann bekommt man es mit der Angst zu tun, wenn der Partner so hart, durchsetzungsbereit und bedrohlich auftritt. Es hilft nichts: Ein starker Partner fordert Sie heraus, zu Ihrer eigenen Stärke zu finden. Man kann dem anderen auf faire Weise die Stirn bieten und erklären, dass man nicht nachgeben darf, nur weil der andere so heftig auftritt. Man kann die eigene Angst ansprechen und erklären, warum es kein Verrat ist, wenn man eigene Vorstellungen hat und die nicht immer für den anderen opfern möchte.
Was ist, wenn Sie sich selbst in einem der Muster entdecken? Ist eine Veränderung möglich? Wie können Sie Ihre Liebe vor Verletzungen schützen? Das erfahren Sie im Buch, Hörbuch oder auch im günstigen Arbeitsheft.
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